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Hüscht und Hott mit HarmoS?
 
Mit 70:12 stimmte eine grosse Mehrheit des Solothurner Kantonsrats am 9. März für einen Beitritt zum HarmoS-Konkordat. Die SVP lehnt kategorisch ab.
„Eigentlich übernimmt die Schweiz mit der Einführung von HarmoS unser Solothurner Schulsystem und nicht wir passen unser System HarmoS an, da die meisten Eckpfeiler, welche die Vorlage vorsieht, im Kanton Solothurn bereits realisiert sind oder spätestens nach abgeschlossener Sek-I-Reform realisiert sein werden.“ So der Sprecher unserer Fraktion, Stefan Müller, anlässlich der HarmoS-Debatte in der März-Session.
Woher rührt denn nun der massive Widerstand der SVP-Fraktion mit einem „Nein zur obligatorischen Einschulung von Vierjährigen, Nein zur flächendeckenden Einführung von ausserschulischen Tagesstrukturen und Nein zum Verlust an Souveränität“? Sind all diese Ängste wirklich berechtigt?

Die Fakten sprechen eine andere Sprache:
Der zweijährige Kindergarten wird bereits heute in allen Gemeinden unseres Kantons geführt und der Stichtag wird gerade mal drei Monate vorverschoben auf den 31. Juli.
Die Eltern können aber, viel leichter als heute, eine Rückstellung um ein Jahr beantragen. Mit der flächendeckenden Einführung der Blockzeiten und mit dem § 107 des Sozialgesetzes erfüllen wir bereits die Minimalanforderungen bezüglich - übrigens freiwillige - familienergänzende Betreuungsangebote, sodass wir schon mit minimalen Anpassungen zu den schulisch harmonisierten Kantonen gehören können.
Die Wirtschaft wünscht sich schon lange Schulabgänger, die nach einheitlichen Bildungsstandards ausgebildet werden, die zunehmende Mobilität unserer Bevölkerung mit vermehrten Wohnortswechseln schadet bei den so vielen unterschiedlichen Schulsystemen, welche sich unser Land immer noch leistet, vor allem den betroffenen Kindern und schliesslich würde der gemeinsame Deutschschweizer Lehrplan 21 endlich einmal erlauben, gemeinsam Bildungsziele oder gar gemeinsame Lehrmittel für unser Land zu erhalten.
Vor vier Jahren haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger unseres Kantons mit einer beachtlichen Mehrheit von 92%! ja gesagt zu einer Harmonisierung des Schweizer Schulwesens. Mit einer Hüscht und Hott-Taktik, wie sie nun die SVP an den Tag legt, mit Plakaten von weinenden Kindern, welche die Menschen verunsichern und ihnen Angst machen vor diesen so dringend notwendigen Veränderungen in der Bildungspolitik, werden sie dem Volkswillen aber nicht gerecht.
Die CVP steht zu einem harmonisierten Bildungssystem Schweiz, wie es eine grosse Mehrheit der Bevölkerung mit ihrem Ja an der Urne gewünscht hat. Stimmen Sie mit uns am 26. 9. 2010 Ja zum HarmoS-Konkordat.

Andreas Riss, Kantonsrat CVP, Mitglied der BIKUKO, Metzerlen
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